Trio Omphalos

Stefan Hülsermann _ Klarinette

Olaf Pyras _ Schlagzeug

Ji-Youn Song _ Klavier

Werkauswahl

John Cage (1912-1992) _ _ Chess pieces (Berabeitung Trio Omphalos)
John Cage (1912-1992) _ _ Four Dances (Berabeitung Trio Omphalos)
Diana Cemeryte (*1974) _ _O clemens, o pia für Klarinette und Schlagzeug UA
Morton Feldman (1926-1987) _ _ Bass Clarinett and Percussion
Thomas Höhl (*1987) _ _ Fragmente, UA 2012
Nicolaus A. Huber (*1939) _ _ Töne suchen einen Autor (1988)
Viera Janárceková (*1951) _ _ Samorast für Klarinette, Klavier und Schlagzeug, UA trio omphalos
Tom Johnson (*1939) _ _ Rational Melodies
Reinhard Karger (*1953) _ _ Sie saß in der Nachmittagssonne und rauchte, Hommage á Olivier Messiaen für Klarinette, Vibraphon und Klavier, UA trio omphalos
Kunsu Shim (*1958) _ _ 41 things, Trios in verschiedenen Besetzungen (2005)
Kunsu Shim (*1958) _ _ Im Raum für Klarinette, Schlagzeug und Klavier (2014) UA - für das Trio Omphalos
Milan Slavický (1947-2009) _ _ Aufhellung II für Bassklarinette, Klavier und Schlagzeug (1978)
Stuart Saunders Smith (*1948) _ _ Here and there, short wave radio, piano interior (percussion) and melody instrument (1972)
Gerhard Stäbler (*1949) _ _ Übungen der Annäherung für Klarinette, Schlagzeug, Klavier (2007)

CD-Produktion
Cage/Johnson 

John Cage│Chess Pieces (1944)
John Cage │Four Dances (1942-43)
Tom Johnson│Rational Melodies, 21 Pieces for any Instruments (1993)

Bearbeitungen des Trio Omphalos

Das Trio Omphalos bringt seit seiner Gründung (2006) originelle und spannende Programme mit Neuer Musik zur Aufführung.
2012 entdeckte das Trio John Cages Chess Pieces, eine grafische Bildgestaltung von Cage, die die Pianistin Margret Lang Tan in eine Klavier-Fassung übersetzte. Daraus hat das Trio Omphalos eine charakterstarke und farbenreiche Trio-Fassung erstellt.
Die Four Dances sind eigentlich für Klavier, Stimme und Schlagzeug geschrieben. Hier übernimmt der Klarinettist die Baritonstimme.
Die anmutigen und wundervollen Rationalen Melodien Tom Johnsons bilden die Brücke zwischen den beiden Kompositionen von John Cage.

EXTREM X

EXTREM X 

Die PerformanceKonzerte Extrem X drehen sich um Grenzbereiche und die Dehnung ins Extreme durch verschiedene Kunst Konzeptionen. Sie verweisen damit nicht nur auf die verschiedensten strukturellen, klanglichen Farbnuancen und Charaktere in der Musik, sondern schlagen auch eine Verbindung zum Visuellen. Sie beziehen sich explizit auf den Veranstaltungsort der Neuen Galerie, die die Verbindung der beiden Künste seit Langem pflegt und bereits zahlreiche interdisziplinäre Veranstaltungen beheimatete.

Das in Kassel ansässige Ensemble Trio Omphalos entwickelt gemeinsam mit den beiden Düsseldorfer Komponisten Kunsu Shim und Gerhard Stäbler drei Abende mit Musik und Performances, die die Facetten audiovisueller Poesie ausloten und dabei graphische und konzeptuelle Musik der letzten Jahrzehnte mit aktuellster Musikproduktion kombinieren. In inhaltlicher Korrespondenz werden dabei auch Werke der vergangenen Jahrhunderte einbezogen. Zu denken ist dabei an poetische Musik oder musikalische Poesie u.a. von Carlola Bauckholt, George Brecht, Earle Brown, Josef Byrd, John Cage, Henry Cowell, Morton Feldman, Mauricio Kagel, David Lang, Alvin Lucier, Yoko Ono, Frederic Rzewski, Josef Anton Riedl, Láslo Sáry, Salvatore Sciarrino, Dieter Schnebel, Kunsu Shim, Gerhard Stäbler, aber auch von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Claude Debussy, Erik Satie und Robert Schumann.

Begleitend zur Veranstaltungsreihe bietet Prof. Dr. Böggemann ein Seminar zum Thema Radikalität in der Kunst an. Studierende dieses Seminars werden am dritten Abend die Performance mitentwickeln und -gestalten.
Der besondere Ort, der Raum also, geht mit der Körperlichkeit der Musiker wie des Publikums selbst eine Symbiose ein, um mit den Performances und Musikaktionen die Sinne zu weiten und die Wahrnehmung in alle Richtungen zu erweitern. Dabei spielt die Nähe und Ferne von Klängen, die Direktheit und Indirektheit musikalischen Geschehens ebenso eine wichtige Rolle wie auch das Riechen und das Fühlen der Klänge.

VIMU - Chess Pieces

VIMU – Chess Pieces by John Cage


Isabel Paehr und Joel Baumann - Video und Videoperformance 
Stefan Hülsermann - Klarinette
Ji-Youn Song - Klavier
Olaf Pyras - Schlagwerk

Gemeinsam mit Joel Baumann, Professor für Neue Medien an der Kunsthochschule Kassel, entwickelte das Trio Omphalos ein originelles Performance-Konzert. Chess Pieces wurde dabei in der Fassung des Trio Omphalos aufgeführt, wobei die dem Schachspiel eigene Spannung besonders zur Geltung kommt.

VIMU - Chess Pieces


Pressestimmen:

An Cage kam keiner ran
…Vier Tänze aus dem Jahr 1942 waren der Höhepunkt des Abends, von Stefan Hülsermann mit der Klarinette (die den Tenor ersetzte), der Pianistin Ji-Youn Song und dem Schlagzeuger Olaf Pyras meisterhaft vorgetragen. Der vierte Tanz war der ideale Rausschmeißer.
HNA, 16. September 2014

Krieg am Schachbrett
…Diese drei gleichzeitig bespielten Aktionsflächen sorgten für eine überaus interessante Einflugschneise in das Thema Krieg. Da wurde nicht mit atonaler Wucht oder depressiver Melancholie die Opferperspektive beleuchtet, sondern eher mit kühler Ästhetik die sinnliche Freude an logischen Konstellationen und der Lösung von Problemstellungen, die Feldherren innewohnt. Ein fast friedlicher Prozess der konstruierten Vernichtung und Eroberung, der nur partiell von leicht entfremdeten Klängen des präparierten Flügels oder aufschreckenden Gongschlägen unterbrochen wurde. Selbst Dissonanzen und hartnäckige Ostinati konnten die Ausgeglichenheit bei dem Planungsprozess der Zerstörung nicht irritieren. Dem Ensemble kann man nur ein großes Kompliment für diese gelungene Bearbeitung aussprechen, und der lang anhaltende Applaus des Publikums belohnte die Künstler für eine großartige Aufführung.
HNA, 13. Dezember 2014

John Cage - Chess Pieces

2005, dreizehn Jahre nach John Cages Tod, taucht ein bislang unbekanntes Stück des Komponisten auf, allerdings nicht aus dem Nachlass, wie das oft der Fall ist, sondern auf der Oberfläche eines Gemäldes, das der Komponist 1944 für eine New Yorker Kunstausstellung anfertigte. Cage war zeitlebens auch als Maler aktiv, einige Hundert Bilder und Zeichnungen sind von ihm überliefert. Und wer jemals eine seiner teils kalligraphischen Partituren angeschaut hat, weiß um die Bedeutung, die er neben der Musik auch ihrer visuellen Repräsentation beimaß. Als das Gemälde 2005 erstmals wieder in der Öffentlichkeit zu sehen war, da zeigte sich: Chess Pieces ist Bild und Komposition und Schrift dieser Komposition zugleich. In 22 Abschnitten zu je zwölf Takten notiert, findet sich hier ein überwiegend zweistimmiges Stück kühler Kontrapunktik und eleganter Abstraktion. In der Bearbeitung durch das Trio Omphalos wachsen ihm zusätzlich noch neue farbliche Schattierungen zu.

John Cage - Four Dances

Der ursprüngliche Titel dieser für die Tänzerin Hanya Holm komponierten Stücke lautete „What So Proudly We Hail“ – eine nahezu wörtliche Übernahme aus der ersten Strophe von „The Star-Spangled Banner“, der amerikanischen Nationalhymne. Cages Komposition freilich zielt nicht auf’s Erhabene, alles Hymnische liegt ihr fern. Wohl aber klingt sie „amerikanisch“ und soll es auch; dafür sorgen zahlreich verwendete rhythmische und melodische Elemente aus Ragtime und Blues. „Blue“ im Sinne einer ungebundenen Klage klingt auch die textlose Singstimme, die in der Version des Trios Omphalos durch eine Klarinette adäquat ersetzt wird. Überhaupt zeigt die zunächst karg anmutende Instrumentierung Cages Sinn für Vielfalt in der Beschränkung, wenn z.B. das Klavier im zweiten Tanz erst zum Zupf- und dann zum Schlaginstrument oder wenn im vierten Tanz der Sänger/Klarinettist nur mit Händeklatschen begleitet wird.

Tom Johnson - Rational Melodies

Der Titel mutet an wie ein Oxymoron: Die Melodie, nur zu gern als Ort des musikalischen Gefühlsüberschwangs ausgemacht, und eine wie auch immer verstandene Rationalität scheinen denkbar weit voneinander entfernt zu sein. Und doch finden sie in Tom Johnsons Sammlung von insgesamt 21 einstimmigen Stücken für beliebige Besetzung zueinander. „Melodie“ bedeutet hier eine Tonfolge und ihre rational strukturierte Veränderung in Echtzeit. Verfahren, die dabei zum Einsatz kommen, sind die sukzessive Addition und Subtraktion von Tönen, Isorhythmie, Permutation oder auch komplexere Prozeduren, die aus der Übernahme geometrischer Pattern entstehen.

Olaf Pyras

Olaf Pyras studierte Musik und Kunst in Kassel sowie Schlagzeug bei Stephan Froleyks in Münster. Engagements am Staatstheater Karlsruhe, Staatstheater Hannover, Staatstheater Kassel. Zusammenarbeit mit F.K. Waechter. Als Interpret und Komponist erhielt er Einladungen zu den Kasseler Musiktagen, dem Schweizer Tonkünstlerfest, Tage für neue musik in der Kirche, KlangZeiten Münster und dem World Drummer Meeting in Hamburg. Radiomitschnitte von: HR2, deutschlandfunk, NDR, WDR, Rai2. 
Mitwirkung bei Uraufführungen von: Sidney Corbet, Diana Cemeryté, Hans Darmstadt, Friedhelm Döhl, Gerald Eckert, Georg Hajdu, Viera Janarcekova, Reinhard Karger, Noriko Kawakami, Dieter Schnebel, Zsigmond Szatmary.
Kasseler Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung 1998, Kulturförderpreis der Stadt Kassel 2007, junge ohren Preis 2008. Projektauszeichnungen: Exhibit Design Award Gold 2008, IF Design Award 2008, Adam Design Award Bronze 2008 
Designpreis der BRD nominiert 2010 (www.ueberholz.de), neue töne für junge ohren, OHRENBLICKE nominiert für den Hessischen Hochschulpreis Exzellenz in der Lehre 2010

Ji-Youn Song

1975 in Seoul/Süd Korea geboren.
Mehrmals erste Preisträgerin des landesweiten Wettbewerbes „Jugend musiziert“ in Korea.
1996 zum Musikstudium nach Deutschland. Zunächst in Kassel, dann in Detmold Studium der „Künstlerischen Ausbildung“ und „Musikpädagogik“ u.a. bei Bob Versteegh und Jean-Efflam Bavouzet.
Aufbaustudium „Neue Musik“ bei Kristi Becker und Martin Christoph Redel.
Meisterkurs bei Bruno Canino.
2004 Stipendiatin der Internationale Ensemble Modern Akademie.
Solo- und Kammermusikabende mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.
Uraufführungen und Zusammenarbeit mit verschiedenen Komponisten und Künstlern.
Besonderes Interesse an der pädagogischen Arbeit.
Entwicklung verschiedener Projekte zur Vermittlung von Neuer Musik.
Vortragstätigkeit im musikpädagogischen Bereich.
Veranstalterin von verschiedenen Reihen mit Neuer Musik („achtmal alte brüderkirche“, „Vier, Drei Zwei, Eins!“, „Horror hoch drei“).
2005 Trägerin des Kasseler Kunstpreises.
2007 Trägerin des Kasseler Kulturpreises.
Seit 2005 Lehrbeauftragte am Fachbereich Musik der Universität Kassel.
2006 und 2012 Gast bei den „Kasseler Musiktagen“.
Seit 2012 Mitglied des Musikerverbundes des „Ensemble Modern“.

André Füsser

André Füsser widmet seine Lithographie-Serie „Omphalos” (1-16, 2016) dem Trio Omphalos.

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